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.. Japans Fettnäpfchen   Autor: Kaze


Dass Asien und Europa ziemlich verschieden sind, merkt man ganz besonders im Land der aufgehenden Sonne, denn dort gibt es viele Sitten, die für unser westliches Empfinden fremd sind.

Um die gängigen kulturellen Fettnäpfchen zu vermeiden, habe ich 9 wichtige  Tipps/Regeln zur japanischen Lebensweise zusammengefasst; und die wichtigsten Verhaltensregeln, die jeder befolgen sollte, der einen Trip nach Japan plant.

 

1. Schuhe ausziehen

In Japan muss man seine Straßenschuhe vor dem Betreten von Wohnungen, Gasthäusern und Tempeln ausziehen und stellt sie in den dafür vorgesehenen Vorraum. Anschliessend zieht man die bereit stehenden Hauspantoffeln an. Angebotene Pantoffeln muss man allerdings nicht zwingend anziehen, man kann die Wohnung auch in Socken, oder barfuß betreten.

Die Straßenschuhe auszuziehen bevor man das Haus betritt ist für jeden Pflicht, ganz egal in welcher Situation man sich gerade befindet: Selbst bei einem Notfall ziehen sich die Rettungsleute zuerst in aller Ruhe die Schuhe aus, bevor sie das Haus betreten und die Person wiederbeleben... ;)

Muss man auf die Toilette, so wechselt man in spezielle Klo-Pantoffeln, welche man bei jedem Toilettengang tragen muss. Bei der Rückkehr in die Wohnräume ist es jedoch Pflicht, die Toilettenpantoffeln wieder auszuziehen und in die Hausschuhe zu wechseln. Japaner legen sehr viel wert auf Hygiene und Sauberkeit. Ihre Wohnhäuser sind in den meisten Fällen mit Tatamiboden ausgelegt, welcher sehr schmutzempfindlich ist. Aber nicht nur dort, auch in mit Teppichboden ausgelegten Wohnungen sind Straßenschuhe tabu.

Die öffentlichen Orte, (Tempel) welche man nicht mit Straßenschuhen betreten darf, erkennt man entweder an den aufgestellten unübersehbaren Schildern (siehe Bild), der Ansammlung von Schuhen vor einer einzigen Stufe, oder einer einzelnen hölzernen, etwas erhöhten Treppenstufe.

 
2. Verbeugung statt Händeschütteln

In Japan ist es unüblich, dass man sich zur Begrüssung die Hände reicht. Japaner stehen sich gegenüber und verbeugen sich. Anschliessend werden meistens noch Visitenkarten ausgetauscht, welche dem Gegenüber mit gesenktem Blick und beiden Händen entgegengehalten wird.

Bei und nach einer Begrüßung mit einem Japaner sollte man sich stets verbeugen. Ausserdem sollte man nicht vergessen, dem Fremden ein -san an den Nachnamen zu hängen. Das Kürzel -san ist eine höfliche Anredeform in Japan und hat den gleichen Stellenwert wie hierzulande Herr oder Frau.

Beispiel:
Hajimemashite, Wakari-san / Nett Sie kennenzulernen, Herr Wakari

Es gilt generell als äußerst unhöflich, eine fremde Person beim Vornamen anzureden! Sollte man sich nicht sicher sein, welches nun der Vorname und welches der Nachname ist, so kann man die Person ruhig danach fragen.

 
3. Schnäuzen tabu

Naseputzen ist in der Öffentlichkeit grundsätzlich tabu! Niemals sollte sich ein Europäer in der Öffentlichkeit die Nase in ein Taschentuch schnäuzen, denn die sind nur dazu da, sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Das gleiche gilt übrigens erst recht bei Tisch.
Als absolut verpönt gilt es nämlich, sich während dem Essen die Nase zu putzen. Deshalb besser hochziehen! 

Solltet ihr also einmal mit dem Zug in Japan unterwegs sein und einen Niesanfall bekommen, ist es durchaus möglich, dass die Leute das Abteil wechseln. Sucht euch daher besser ein ruhiges Eckchen, wenn ihr euch dringend die Nase putzen müsst.

Umgekehrt ist es für den japanischen Touristen in Europa sehr ungewohnt, wenn sich ein Deutscher in der Öffentlichkeit die Nase schnäuzt: er streckt neugierig den Hals und fragt sich woher dieses seltsame Geräusch wohl kommen mag, oder er ist so fasziniert davon, dass eine Nase solche Elefantengeräusche erzeugen kann...  ;)

4. Schlürfen erlaubt


Ramen

Im Gegensatz zu den Restaurants in Deutschland darf in Japan die Nudelsuppe in voller Lautstärke geschlürft werden. Dies gilt allerdings nur für Nudelgerichte asiatischer Herkunft, nicht für Spaghetti!

Schlürfen zeigt dass es schmeckt. Ausserdem lässt sich mit Stäbchen die Suppe nur schwer geräuschlos verzehren.



Vor dem Essen sagt man "Itadakimasu" was in vielen Fällen mit "Guten Appetit" übersetzt wird, steht aber eigentlich für "Ich fange nun an".

 
5. Essen mit Stäbchen


Hashioki

Beim Essen sollte man immer Stäbchen benutzen. Sushi ist jedoch Fingerfood, heisst man kann es auch mit der Hand essen.

Man darf die Stäbchen niemals senkrecht in den Reis stecken, denn genau das ist Teil der japanischen Beerdigungszeremonie, bei der die Verstorbenen gehuldigt werden. Steckt ihr die Stäbchen senkrecht in den Reis, sieht der Japaner dies als Beleidigung seiner verstorbenen Vorfahren.

Es ist zwar so, dass ein japanischer Gastgeber seinem Gast gegenüber als sehr tolerant gilt, jedoch muss man sich ja auch nicht unnötig unbeliebt machen. Nach dem Gebrauch sollte man die Stäbchen auf dem Hashioki ablegen.

 
6. Trinkgeld

Japan zählt zu den Ländern, in denen Trinkgeld nicht üblich ist. Im Restaurant wird kein Trinkgeld erwartet, ebenso wenig im Taxi. Trinkgeld wird schnell als Beleidigung empfunden. 

Wenn man sich aber dennoch erkenntlich zeigen möchte, sollte man sich besser für ein kleines Geschenk entscheiden, das kommt immer gut an.


7. Eingeladen, was nun?
Japaner laden nicht jeden in ihr Haus ein, daher sollte man eine Einladung schätzen und nicht ablehnen. In Japan ist es üblich, dass der Gast dem Gastgeber eine Kleinigkeit schenkt. Es muss sich nicht um den teuersten Wein handeln, etwas kleines reicht vollkommen. Immer gern gesehen sind Mitbringsel aus dem eigenen Land, wie zb Pralinen oder landestypische Dinge.

Der Gastgeber wird sich für das Geschenk bedanken und es zur Seite legen. Man sollte dies nicht falsch auffassen. Japaner öffnen ihre Geschenke niemals sofort.

8. Badekultur


Onsen

Japan ist für seine Badekultur weltbekannt. Hierbei ist zu beachten, dass man sich vor dem Betreten der Wanne oder heissen Onsenquelle wäscht. Dies geschieht in einem der Baderäume, in welchem Duschen oder Wasserhähne zur Verfügung stehen. 

Die Seifenreste müssen vollständig entfernt sein, bevor man in die heisse Quelle oder Wanne steigt. Das Wasser der Onsen-Bäder dient ausschließlich zur Entspannung und nicht zur Reinigung des Körpers. Sich in einem Onsen-Bad die Haare zu waschen gilt als äußerst unhöflich!!! (Soll aber schon vorgekommen sein.)



9. Ja oder Nein?


Es kursiert das Gerücht umher, Japaner können nicht "Nein" sagen.
In Japan gibt es wohl ein "Nein", allerdings drücken dies die Japaner anders aus, als wir es gewohnt sind.
Es gilt als unhöflich, eine Frage mit "Nein" zu beantworten. Die Japaner fühlen sich nicht wohl dabei, da sie befürchten durch die direkte Art "Nein" zu sagen, den anderen zu enttäuschen oder gar zu verletzen. Da ein direktes "Nein" unhöflich wäre, gilt das Schweigen, bzw das Überkreuzen der Arme als höfliche Form der Ablehnung. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Wer sich vor und während seinem Japantrip ausreichend informieren möchte, dem kann ich folgende Lektüre empfehlen:

KulturSchock Japan

Martin Lutterjohann
ISBN: 3894160551

EUR 14,90

 

Reisegast in Japan

Kristina Thomas,
Barbara Haschke
ISBN:
3923975821

EUR 17,95

Autor © 2002-2006 www.kaze-no-kizu.de